Post-Editing von KI-Übersetzungen
Beim Post-Editing wird eine mit KI oder maschineller Übersetzung erzeugte Zielversion menschlich anhand des Ausgangstextes überarbeitet.
Geprüft werden je nach vereinbartem Qualitätsziel unter anderem Sinn, Vollständigkeit, Fachterminologie, Zahlen, Einheiten, Stil, Konsistenz und Zielsprachlogik.
Für das Post-Editing benötigt
- Ausgangstext
- KI- oder MT-Zieltext
- Ausgangs- und Zielsprache
- Fachgebiet und Verwendungszweck
- Glossare, Referenzübersetzungen oder Styleguide
Maschinell erzeugte Zielversion
Sprachlich teilweise bereits gut, aber fachliche Richtigkeit und Vollständigkeit sind noch nicht abschließend menschlich geprüft.
Menschlich post-editierte Übersetzung
Der Zieltext wurde entsprechend dem vereinbarten Qualitätsniveau mit dem Original abgeglichen und überarbeitet.
Was beim Post-Editing tatsächlich passiert
Der Zieltext wird nicht lediglich „schöner formuliert“. Ausgangstext und maschinelle Übersetzung werden systematisch miteinander abgeglichen.
Original und Zieltext vergleichen
Aussagen, Bedingungen, Einschränkungen, Negationen und logische Beziehungen werden kontrolliert.
Fachbegriffe harmonisieren
Fachbegriffe, Produktnamen, Abkürzungen und bestehende Terminologie werden konsistent eingesetzt.
Zieltext überarbeiten
Grammatik, Satzbau, Lesbarkeit, Stil und zielsprachliche Natürlichkeit werden entsprechend dem Qualitätsziel angepasst.
Kritische Elemente prüfen
Zahlen, Einheiten, Tabellen, Querverweise, Auslassungen und wiederkehrende Begriffe werden kontrolliert.
Light Post-Editing und Full Post-Editing klar unterscheiden
Der Bearbeitungsumfang sollte vor Projektbeginn eindeutig definiert werden. Sonst verstehen Auftraggeber und Post-Editor unter „Post-Editing“ möglicherweise unterschiedliche Ergebnisse.
Light Post-Editing
Light Post-Editing eignet sich für Texte, bei denen Verständlichkeit und inhaltliche Brauchbarkeit wichtiger sind als eine vollständig publikationsreife Zielsprachversion.
- offensichtliche Sinnfehler korrigieren
- relevante Auslassungen beheben
- grobe Terminologiefehler korrigieren
- Verständlichkeit sicherstellen
- unnötige stilistische Eingriffe vermeiden
Full Post-Editing
Full Post-Editing ist auf eine vollständig überarbeitete Zielversion ausgerichtet und umfasst einen deutlich umfassenderen Vergleich mit dem Ausgangstext.
- Sinn und Vollständigkeit vollständig prüfen
- Fachterminologie harmonisieren
- Grammatik und Zielsprachlogik korrigieren
- Stil und Textfunktion berücksichtigen
- Zahlen, Einheiten und Querverweise prüfen
- projektbezogene Konsistenz herstellen
Wann Post-Editing nicht mehr wirtschaftlich ist
Eine maschinelle Vorübersetzung spart nur dann Arbeit, wenn sie tatsächlich eine brauchbare Grundlage bildet.
Bei zu vielen systematischen Fehlern kann der Versuch, jeden Satz zu reparieren, mehr Zeit beanspruchen als eine saubere Neuübersetzung.
Welche Elemente beim Full Post-Editing kontrolliert werden
Der konkrete Prüfumfang hängt von Textart, Fachgebiet und Projektvereinbarung ab.
| Prüfebene | Typische Fehler | Post-Editing | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Sinn | Bedeutungsverschiebung, falsche Negation, falsche Bedingung. | Zieltext mit Ausgangstext vergleichen und Aussage korrigieren. | „may“ darf nicht unbeabsichtigt zu „muss“ werden. |
| Vollständigkeit | fehlende Sätze, Einschränkungen oder Listenpunkte. | Auslassungen anhand des Ausgangstexts identifizieren und ergänzen. | „only if“, „unless“, „except“. |
| Terminologie | allgemein plausible, aber fachlich falsche Begriffe. | Glossar, Referenztexte und Fachkontext berücksichtigen. | technische Komponenten oder medizinische Fachbegriffe. |
| Zahlen & Einheiten | Wert, Einheit oder Bezugsgröße falsch zugeordnet. | Zahlen und zugehörige Parameter mit dem Original abgleichen. | mm, °C, %, mg, kW. |
| Zielsprachlogik | unnatürlicher Satzbau, falsche Kollokationen oder MT-Strukturen. | Text entsprechend der Zielsprache neu formulieren. | syntaktisch korrekte, aber unübliche Formulierungen. |
| Konsistenz | wechselnde Benennung desselben Begriffs. | Terminologie und wiederkehrende Formulierungen harmonisieren. | Produkt-, Komponenten- und Prozessbegriffe. |
| Struktur | beschädigte Tags, Querverweise oder Platzhalter. | sprachliche Elemente korrigieren, technische Strukturen erhalten. | HTML, XML, XLIFF, Variablen. |
Post-Editing findet häufig direkt im Arbeitsformat statt
Der Zieltext kann in editierbaren Dokumenten, Tabellen, strukturierten Dateien oder Übersetzungsformaten vorliegen.
Vor Projektbeginn wird geprüft, welche Elemente bearbeitet werden dürfen und welche technische Struktur unverändert bleiben muss.
Wie die bearbeitete Fassung zurückgegeben werden kann
Je fachlicher der Text, desto wichtiger wird der Ausgangstextvergleich
Bei spezialisierten Texten können sprachlich plausible KI-Ausgaben besonders leicht über fachliche Fehler hinwegtäuschen.
Technische Dokumentation
Komponenten, Handlungsschritte, Warnhinweise, Zahlen und Einheiten müssen eindeutig bleiben.
Technische Übersetzung →Wissenschaftliche Texte
Methodik, Ergebnisse, Fachterminologie, Einschränkungen und Schlussfolgerungen dürfen nicht verschoben werden.
Wissenschaftliches Übersetzen →Medizin & Pharmazie
Fachbegriffe, Dosierungen, Verfahren und risikorelevante Aussagen benötigen besonders genaue Kontrolle.
Medizin →Recht
Verpflichtungen, Definitionen, Bedingungen und Ausnahmen können durch kleine Bedeutungsverschiebungen verändert werden.
Rechtswissenschaften →Websites
Zusätzlich zur Übersetzungsqualität müssen Tonalität, Zielmarkt, Nutzerführung und Content-Funktion funktionieren.
Webseitenlokalisierung →Allgemeine Fachtexte
Wenn die maschinelle Vorlage für ein Full Post-Editing nicht geeignet ist, kann eine vollständige Fachübersetzung sinnvoller sein.
Fachübersetzungen →Der Referenzstandard für Full Post-Editing
ISO 18587:2017 beschreibt Anforderungen an den Prozess des vollständigen menschlichen Post-Editings von maschinell erzeugtem Übersetzungsoutput sowie Anforderungen an die Kompetenzen von Post-Editoren.
Deshalb sollte zwischen Full Post-Editing und einem individuell definierten Light Post-Editing unterschieden werden. Light Post-Editing kann ein sinnvolles Projektmodell sein, verfolgt aber bewusst ein begrenzteres Qualitätsziel.
Wann Post-Editing tatsächlich Zeit spart
Post-Editing ist nicht automatisch billiger als eine Übersetzung. Entscheidend ist, wie viel brauchbarer Inhalt die maschinelle Vorübersetzung bereits liefert.
MT-Ausgangsqualität
Je mehr Sinn- und Terminologiefehler vorhanden sind, desto größer ist der menschliche Bearbeitungsaufwand.
Qualitätsziel
Light und Full Post-Editing unterscheiden sich erheblich in Umfang und notwendiger Prüftiefe.
Fachgebiet
Spezialisierte Terminologie und sensible Inhalte erhöhen den Prüf- und Rechercheaufwand.
Wiederholungen
Translation Memories, Glossare und wiederkehrende Textsegmente können Folgeprojekte effizienter machen.
Für eine konkrete Kalkulation sind Ausgangstext und KI-/MT-Zieltext am aussagekräftigsten. Preise und Kalkulationsgrundlagen →
Post-Editing ohne erneute öffentliche KI-Eingabe
Wenn ein Text bereits mit einem KI- oder MT-System übersetzt wurde, muss er für die menschliche Nachbearbeitung nicht erneut in ein öffentlich zugängliches generatives KI-System eingegeben werden.
Bei sensiblen Unternehmens-, Forschungs-, Vertrags- oder Personendaten können besondere Vorgaben für Dateiübermittlung und Bearbeitung vorab vereinbart werden.
Glossare und vorhandene Übersetzungen weiterverwenden
Vorhandene Terminologielisten, Translation Memories, freigegebene Übersetzungen und Styleguides können für das Post-Editing übernommen werden.
Dadurch muss der Post-Editor nicht jedes wiederkehrende Produkt-, Fach- oder Markenwort neu entscheiden.
Post-Editing im eLengua-Leistungscluster
Die angrenzenden Seiten erfüllen jeweils eine andere Funktion und sollten nicht miteinander konkurrieren.
KI-Übersetzung prüfen
Wenn zunächst festgestellt werden muss, ob Korrektur, Post-Editing oder Neuübersetzung sinnvoll ist.
Diagnose →KI-Übersetzung korrigieren
Für grundsätzlich zuverlässige Übersetzungen mit begrenztem sprachlichem Korrekturbedarf.
Korrektur →Fachübersetzung
Wenn die maschinelle Vorübersetzung keinen geeigneten Ausgangspunkt für das Projekt bildet.
Neuübersetzung →Korrektorat & Revision
Für bereits vorhandene Texte und Übersetzungen mit anderem sprachlichen oder vergleichenden Prüfbedarf.
Revision →Technische Übersetzung
Für Maschinenbau, Handbücher, Spezifikationen und technische Dokumentation.
Technik →Wissenschaftliche Texte
Für Paper, Studien, Forschungsberichte und wissenschaftliche Fachkommunikation.
Wissenschaft →Webseitenlokalisierung
Wenn ein KI-übersetzter Website-Text zusätzlich für Zielmarkt und Nutzungskontext angepasst werden muss.
Lokalisierung →SEO- & GEO-Übersetzung
Wenn mehrsprachiger Content zusätzlich auf Suchintention und digitale Auffindbarkeit ausgerichtet werden soll.
SEO & GEO →Post-Editing kalkulieren lassen
Für eine belastbare Einschätzung werden idealerweise Ausgangstext und KI-/MT-Zieltext gemeinsam geprüft.
Für die Kalkulation hilfreich
- Original: vollständiger Ausgangstext oder Auszug
- MT/KI-Version: vorhandene Zielsprachfassung
- Sprachen: Ausgangs- und Zielsprache
- Qualitätsziel: Light, Full oder noch zu klären
- Fachgebiet: falls terminologisch spezialisiert
- Referenzen: Glossar, TM, Styleguide oder frühere Übersetzungen
- Termin: gewünschtes Lieferdatum
Post-Editing anfragen
Nutzen Sie das Formular oder senden Sie Ausgangs- und Zieltext direkt an info@elengua.de.
Fragen zum Post-Editing von KI-Übersetzungen
MTPE, Ausgangstext, Light und Full Post-Editing, ISO 18587, Kosten und Neuübersetzung.
Was bedeutet Post-Editing oder MTPE?
MTPE steht für Machine Translation Post-Editing. Dabei wird eine maschinell oder mit KI erzeugte Übersetzung anhand des Ausgangstextes menschlich geprüft und nach einem vereinbarten Qualitätsziel überarbeitet.
Braucht eLengua für Post-Editing den Ausgangstext?
Für ein vollständiges Post-Editing wird der Ausgangstext benötigt, weil nur so Sinn, Vollständigkeit, Terminologie, Zahlen und Auslassungen zuverlässig mit der Übersetzung verglichen werden können.
Was ist der Unterschied zwischen Light und Full Post-Editing?
Light Post-Editing verfolgt ein begrenzteres, vorab definiertes Qualitätsziel. Full Post-Editing beinhaltet eine umfassende menschliche Nachbearbeitung mit systematischem Vergleich von Ausgangs- und Zieltext. Der Umfang sollte vor Projektbeginn eindeutig festgelegt werden.
Was wird beim Full Post-Editing geprüft?
Je nach Text werden unter anderem Sinn, Vollständigkeit, Fachterminologie, Zahlen, Einheiten, Grammatik, Stil, Zielsprachlogik, Konsistenz, Querverweise und Format geprüft.
Wann lohnt sich Post-Editing nicht mehr?
Wenn eine maschinelle Übersetzung sehr viele Sinnfehler, Auslassungen, falsche Fachbegriffe oder strukturelle Probleme enthält, kann eine Neuübersetzung effizienter und zuverlässiger sein. Fachübersetzung ansehen →
Gilt ISO 18587 auch für Light Post-Editing?
ISO 18587:2017 beschreibt Anforderungen an den Prozess des vollständigen menschlichen Post-Editings von maschinellem Übersetzungsoutput und an die Kompetenzen von Post-Editoren. Light Post-Editing sollte deshalb als eigenes, projektbezogen definiertes Qualitätsniveau beschrieben werden. Eine überarbeitete Ausgabe der Norm befindet sich derzeit in Entwicklung.
Was kostet Post-Editing?
Der Aufwand hängt von Sprachpaar, Textumfang, Fachgebiet, Qualität der maschinellen Vorübersetzung, gewünschtem Qualitätsniveau, Dateiformat, Terminologie und Liefertermin ab. Eine gute Vorübersetzung kann den Aufwand reduzieren; eine schlechte Vorübersetzung kann eine Neuübersetzung wirtschaftlicher machen. Preise →
Welche Dateien werden für ein Angebot benötigt?
Hilfreich sind Ausgangstext, maschinell oder mit KI erzeugter Zieltext, Sprachpaar, Textart, Fachgebiet, gewünschtes Qualitätsniveau, Dateiformat, Termin sowie vorhandene Glossare oder Referenzübersetzungen.
Maschinelle Übersetzung professionell nachbearbeiten lassen
Ausgangstext und KI-/MT-Version senden. eLengua übernimmt das vereinbarte Post-Editing mit systematischem Abgleich von Bedeutung, Vollständigkeit und Terminologie.